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Steinewerfer vor Gericht - Anklage wegen versuchten Mordes

26.01.2017. Ellwangen. Giengen

Anklage wegen versuchten Mordes gegen Steinewerfer auf der Autobahn

Die Staatsanwaltschaft Ellwangen hat gegen einen 37 Jahre alten Mann wegen versuchten Mordes Anklage zur Schwurgerichtskammer des Landgerichts Ellwangen erhoben.

Nach der Anklageschrift soll der 37-jährige Angeschuldigte am 25.09.2016 gegen 01:30 Uhr auf der Gemarkung Giengen von einer Brücke einen ca. 12 Kilogramm schweren und 30 x 20 x 20 cm großen Betonpflasterstein auf die Fahrbahn der BAB 7 geworfen haben. Hierbei habe der Mann in Kauf genommen, dass Verkehrsteilnehmer das Hindernis nicht rechtzeitig erkennen würden und es dann zu Unfällen mit tödlichem Ausgang kommen könnte.

Nach den Ermittlungen kollidierte dann wenige Minuten später ein mit einer 4-köpfigen Familie besetzter Pkw mit dem vom Angeschuldigten auf die Fahrbahn geworfenen Pflasterstein, weswegen der Fahrzeuglenker die Kontrolle über den sich dann mehrfach überschlagenden PKW verlor. Zwei Kleinkinder wurden hierbei aus dem Fahrzeug geschleudert. Bei dem Unfall wurden alle vier Insassen erheblich verletzt. Die auf dem Beifahrersitz befindliche Mutter der Kinder erlitt eine Hals- und Brustwirbelfraktur sowie eine Schädel-Basis-Fraktur mit einer Hirnblutung. Aufgrund einer Verletzung am Bein musste ihr außerdem das Bein unterhalb des Knies amputiert werden.

Die Staatsanwaltschaft legt dem Angeschuldigten einen versuchten Mord in vier tateinheitlichen Fällen in Tateinheit mit gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr und gefährlicher Körperverletzung in drei Fällen sowie schwere Körperverletzung in einem Fall zur Last. Sie geht nach dem Ergebnis der Ermittlungen vom Mordmerkmal der Heimtücke aus, da der Angeschuldigte wusste, dass die Insassen eines sich der Brücke nähernden Fahrzeugs nicht mit einem derartigen Anschlag rechnen würden.

Nach der Anklageschrift und einem psychiatrischen Sachverständigengutachten war die Steuerungsfähigkeit des Angeschuldigten bei der Tat erheblich vermindert. Dieser befand sich nach seiner Festnahme am 29.09.2016 bis Mitte November 2016 in einer Justizvollzugsanstalt in Un-tersuchungshaft. Anschließend wurde er aufgrund eines Unterbringungsbefehls in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

Hinweis: Ein Angeschuldigter gilt bis zu seiner rechtskräftigen Verurteilung durch ein Gericht als unschuldig.

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